Ein Kreuzchen für die Qualität

Eigentlich läuft die Prozedur jedes Semester gleich ab: Nach zehn Minuten testähnlicher Konzentration fragt der Dozent in die Runde: „Kommt jemand von Ihnen an einem Briefkasten vorbei?“ Ich bin ehrlich: Bei dieser Frage gucke ich in der Regel immer ganz wichtig und mit Elan auf meinen Notizblock.  Einer von den anwesenden Studis erbarmt sich schließlich und sammelt die Bögen in einem Umschlag ein. Ihr habt es schon geahnt, es geht um die Lehrveranstaltungsevaluation, die immer am Ende des Semesters stattfindet – logisch, denn nur am Ende kann man das ganze Semester Revue passieren lassen. Das Ziel dieser Umfrage ist die Qualitätssicherung und Verbesserung der Lehrveranstaltungen. Doch was passiert eigentlich nach dem Ausfüllen der Evaluationsbögen? Um das herauszufinden, habe ich mich auf dem Weg zum Willi, genauer gesagt zum Büro für Qualitätsmanagement gemacht und mal genauer nachgefragt.

Nachdem der Umschlag entweder per Post oder persönlich von einem Studi in das Büro für Qualitätsmanagement gebracht wurde, werden die Evaluationsunterlagen gescannt, die Ergebnisse in einer Datenbank gesammelt und schließlich in einem anonymen Auswertungsbericht an den Dozenten geschickt, damit der sich auf ein Feedbackgespräch mit seinen Studierenden vorbereiten kann. Aber die Evaluationsergebnisse beschäftigen nicht nur Dozenten und Studis, sondern auch höhere Instanzen. Am Ende des Semesters werden alle Auswertungen mit Vergleichswerten an das Studiendekanat der jeweiligen Fakultät geschickt. Dort bespricht die Studienkommission in einer geschlossenen Sitzung, welche Maßnahmen bei Problemen ergriffen werden müssen, z.B. größere Räume oder ein größeres Kursangebot. In manchen Fällen wird auch das Gespräch mit der Lehrperson gesucht. Während dieser Sitzung wird aber nicht nur das Negative betrachtet. Gut bewertete Veranstaltungen können zum Vorbild für andere Module oder Lehrveranstaltungen werden. Also, wenn ihr euren Lieblingskurs positiv bewertet habt, dürft ihr vielleicht mehr davon erwarten!

Doch nicht jede Veranstaltung ist perfekt. Besonders eine Vorlesung bereitete mir im ersten Mastersemester nervenaufreibende Wochen, weil ich kaum etwas von dem Lehrstoff verstand, was auch an der Lehrvermittlung des Dozenten lag. Diese Vorlesung wurde leider nicht evaluiert, obwohl es dringend nötig gewesen wäre. Damals wusste ich nicht, dass man beim Studiendekanat Evaluationswünsche für bestimmte Veranstaltungen ansprechen kann. Also, wenn euch eine Evaluation besonders am Herzen liegt, wendet euch an euer Studiendekanat.

Jetzt, wenn sich das Semester zum Ende neigt und die Zettel mit den Kästchen wieder rumgehen, weiß ich: Mit meinem Kreuzchen an der richtigen Stelle kann  ich wirklich etwas beeinflussen und dazu beitragen, dass sich die Studienqualität an der Uni Göttingen verbessert. Man könnte auch mit dem Gang zum Briefkasten einen weiteren Beitrag dazu leisten, aber ich wills ja nicht übertreiben…

 

Weitere Infos, Auswertungen und Berichte zur Lehrveranstaltungsevaluation findet ihr auf der Seite des Qualitätsmanagements.

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Swantje Hennings, 22, studiert im Master Komparatistik, vorher BA in Deutsch und Geschichte. In Göttingen oft für das Campusradio GöHört unterwegs und jetzt auch als Bluggerin auf Achse.

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