In den Magazinen der SUB

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Vom Katalog zum Abholregal. Was passiert in den Magazinen der SUB nach der Bestellung eines Buches?

Ausleihbestand
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Ich klicke. Nummer, Passwort, absenden – Bestellung angenommen. Wie oft ich das im Lauf meines Studiums gemacht habe? Keine Ahnung. Alles, was ich weiß, ist, dass ich die Bücher am nächsten Tag  aus dem Abholregal der SUB holen kann. Doch was passiert, nachdem ich die Bestellung im GUK (Göttinger Universitätskatalog) eingeben habe?

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Klick Absenden – Und was passiert jetzt?

Szenenwechsel: Heike Mahrt führt mich eine Treppe in der Zentralbibliothek hinunter. Und noch eine. Und noch eine. „Hier lagern etwa 2 Millionen Bücher“, erzählt sie. Hier, das sind die zwei Magazinebenen, die sich unter der kompletten Fläche des Hauptgebäudes der SUB erstrecken. Hier, das sind die 100.000 Meter an Regalen, auf denen ein Bruchteil eines der größten Bibliotheksbestände Deutschlands steht. (Hier ist es wahrscheinlich auch, wo ich die nächsten Stunden orientierungslos herumirren werde, wenn Frau Mahrt mich alleine zurück lässt.) Und Hier ist es, wo meine Buchbestellung landet, nachdem ich den Button auf meinen Bildschirm gedrückt habe.
„Der Computer erkennt, in welchem Magazin das bestellte Buch steht und sendet die Daten dort an den Drucker“, erklärt Mahrt. Und dann übernehmen die ungefeierten Helden der Staats- und Universitätsbibliothek: 11 Mitarbeiter, die ihre Arbeitstage in den Kellern der Bibliothek verbringen (wer das mittlerweile geschlossene Freihandmagazin noch kennt, wird sich wahrscheinlich noch an dessen freundlichen Charme und die angenehme Arbeitsatmosphäre erinnern).

Kompakt verstaut. Die Regale in den SUB Magazinen.
Kompakt verstaut. Die Regale in den SUB Magazinen.

Mithilfe des gedruckten Papierstreifens, der das Buch bis zu seiner Abholung begleiten wird, suchen sie per Hand- und Laufarbeit jede einzelne Bestellung aus den zusammenfahrbaren Regalen (offiziell Kompaktusanlagen). Und dafür ist Übung gefragt. Zu allen Seiten ragen unzählbar viele von Kompaktusanlagen empor. „Wenn sie hier ein Buch verstellen, finden sie es wahrscheinlich erst nach zwei bis drei Jahren wieder“, lacht Mahrt. Und doch ist der Platz begrenzt: Ein Teil der angrenzenden Tiefgarage musste bereits zu einem Magazin umgebaut werden. Der Platz für die Monographien auf der oberen Magazinebene wird nach jetzigem Stand noch maximal sechs Jahre reichen.

Der nächste Schritt für die Bücher führt dann endlich ans Sonnenlicht. Im Abholbereich werden die Bestellungen eingescannt und vorverbucht. Von diesem Zeitpunkt an ändert sich der Bestellstatus in unseren Benutzerkonten von „bestellt“ auf „Abholregal“, wo sie die nächsten fünf Werktage auf uns warten. Und wenn sie dann ihre Schuldigkeit in unseren Seminararbeiten und Essays getan haben, dann treten  sie ihren Weg zurück in die Katakomben der SUB an, wo ihr Platz in den Regalen auf sie wartet.

 

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